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2015-05-30-WZ-

Ich habe Gedichte geschrieben. Einfach so, in einem weg. Musik dagegen habe ich unendlich langsam geschrieben, gestrichen, korrigiert, neu geschrieben. Dann habe ich gedacht: Es gibt Leute, die genauso an ihren Gedichten arbeiten. Ihnen überlasse ich ab jetzt die Literatur.
Tigran Mansurjan

Eine elegante Mittvierzigerin holt am Fuß der Kaskade eine Greisin ein. Mutti, sagt sie, du weißt, du sollst nicht allein raus. Und sie versucht, die Alte unterzuhaken, will sie die Treppen hinaufführen. Die Greisin aber steht wie angewurzelt, einem Denkmal gleich.

Eine alte, in Tannengrün gekleidete Frau, deren Sprache ohne Zähne aus ihrem Mund fällt, trägt weiße, strahlend schöne Chrysanthemen ins Café. Die Blumen stecken in einem Weißweinkarton, worauf das Wort ›Muscat‹ angekreuzt ist. Ein Kellner in schwarz-bordeauxroter Uniform zupft einen Chrysanthemenstrauß aus dem Karton. Die Alte greift in einen Plastiksack, den sie neben sich gestellt hat, und holt ein Beutelchen heraus: »Ich hab noch was für euch.« Der Kellner zögert. »Keine Angst, mein Junge, das ist ein Geschenk!« Sie greift in das Beutelchen und holt einen riesigen Tannenzapfen heraus. »Nun nimm schon.«

#Jerewan #Charles #Samstag

[Während ich dies tippe, zittern die Blätter eines jungen Weihnachssterns über meinem Laptopdisplay. Selig bin ich Samstagsschreibende.]