Autor-Archiv: Wiebke Zollmann

Über Wiebke Zollmann

Schreibt, übersetzt, fotografiert. Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts. Mentorin bei Online-Literaturmentorat. Texterin & Fotografin für The Naghash Ensemble aus Armenien

Begegnungen in Abanotubani

Von Salome, Ülvi & Samira

Begegnungen in Abanotubani

Im Rahmen des DAAD-Workshops „Multiethnische Lebenswelten in Tbilissi“ führten einige der teilnehmenden Studenten Interviews mit Aserbaidschanern durch. Ziel der Gruppe war es, das Leben und die Probleme der Minderheiten in Georgien zu erforschen. Die Reportage wurde in Abanotubani durchgeführt.

Der Ort ist das Bäderviertel in der Altstadt der georgischen Hauptstadt Tbilissi. In Abanotubani fühlt man sich in persische Zeiten zurückversetzt. In diesem Stadtteil gibt es den Haydar Aliyev-Park, Teppichläden, Cafés, Moscheen und Menschen, die man dort handeln sieht.

Georgien ist ein multikulturelles Land. Die größte Minderheit in Georgien sind mit 6,5% bzw. etwa 284.800 Personen hier lebende Aserbaidschaner. Sie gehören zu den ca. 500.000 Muslimen Georgiens, das eine Gesamtbevölkerung von 4,3 Mio. Menschen hat. In Tbilissi wohnen zurzeit 10.942 Aserbaidschaner. Sie leben mehrheitlich und relativ dicht in den folgenden fünf Distrikten (ca. 7.000 Quadratkilometer): Marneuli, Bolnisi, Dmanisi, Gardabani und Sagaredscho. In vier dieser Gebiete, wo sie sich überwiegend landwirtschaftlich betätigen, stellen sie die absolute Mehrheit der Lokalbevölkerung.

Unabhängig von diesen traditionellen Siedlungsgebieten wohnen sie in größerer Zahl auch in anderen Regionen wie Kachetien, Zentral-Kartli (Shida Kartli) und besonders in den Städten Tbilissi, Mzcheta, Rustawi, Kaspi, Gori, Kutaisi oder auch Batumi.

Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und es ist wirklich heiß. Neben dem Schwefelbad treffen wir viele Aserbaidschaner, die dort arbeiteten. Einige spielen dort einfach Würfel. Hier gibt es fast nur ältere Menschen; lediglich ein jüngerer Mann in Uniform ist vor Ort. Er ist schlank und mittelgroß; mit seinem kurzgeschnittenem Haar und den schwarzen Augen sieht er freundlich aus. In der Nähe sind viele Menschen; ein Kind spielt allein und sitzt dabei für keinen Moment ruhig.

Der Uniformierte ist Wachmann im Haydar Aliyev-Park. Seine Stimme klingt ruhig, wenn er über sein Leben spricht, seine Hände aber zittern. Er dreht sein Handy darin hin und her; ein Wachmann muss wachsam, muss erreichbar sein.

„Ich heiße Eyvaz. Bin 24 Jahre alt. Mein Geburtsdatum ist der 19. September 1992. Ich habe, bis ich ein Jahr alt war, in Baku gelebt, denn mein Vater sollte in Baku arbeiten. Danach sind wir hierher umgezogen, wo wir seitdem leben. Hier habe ich die Mittelschule und die Universität beendet.“

Der junge Manner zählt ganz ruhig, aber seine Hände sprechen über etwas Anderes. Sie zittern nervös. Am Anfang ist er aufgeregt. Er verbringt hier viel Zeit und fühlt sich nicht allein, weil hier überall Aserbaidschaner sind. Seine Socken und sein Hemd sind blau. Ein wenig ungewöhnlich: Statt eines Armbands hat er ein Handtuch auf seiner Hand mit unbekanntem Zweck. Von Zeit zu Zeit geht er frei umher und beginnt, mit den Händen zu sprechen. Er sagt einige Wörter auf Georgisch – ziemlich gut, das muss man sagen. Er arbeitet hier als Beobachter, deswegen kann er sein Handy nicht ausschalten und drehtes in den Händen. Die Luft ist vom Geruch des Schwefelgases erfüllt. Der junge Mann wirkt freundlich und aus seiner Mimik könnte man schließen, dass er ziemlich zufrieden ist.

„Meine Familie besteht aus sechs Personen. Ich habe Vater, Mutter und Schwestern und unsere Oma wohnt auch mit uns zusammen. Meine Eltern sind aus Bordschali. Dort habe ich auch die Mittelschule besucht.“

Hier in der Schule lernen die Kinder Aserbaidschanisch. Als Fremdsprachen können sie auch Französisch oder Deutsch wählen und außerdem alle kaukasischen Sprachen lernen. „Nach dem Abschluss haben alle Schüler die Möglichkeit, sich in ihrer Muttersprache für ein Studium zu bewerben, nach der Zusage ein Jahr lang einen Sprachkurs zu machen und danach an einer georgischen Hochschule zu studieren. Diese Möglichkeit haben alle Minderheiten in Georgien“, sagt Eyvaz.

„Ich habe mein Studium noch nicht beendet. Aber ich habe auch am ‚1+4‘-Programm teilgenommen.“ Eyvaz will Geld verdienen, deswegen arbeitet erhier. „Mein Gehalt ist nicht so hoch, aber ich finde die Arbeit sehr gut. Ich glaube, in Baku kann man auch arbeiten. Für guten Lohnwürde ich auch in Baku arbeiten. Außerdem kann ich sehr gut Georgisch, deswegen werde ich eine gute Arbeitsstelle in Baku finden, glaube ich“.

„Früher hatten wir Diskriminierung,“ sagt unser İnterviewpartner, „wir hatten Probleme wegen unserer Sprachkenntnisse, aber unter der Regierung von Saakaschwili wurde dieses Problem gelöst. Ich würde sagen, als Jugendlicher eine gute Arbeitsstelle zu finden, ist für mich ein Problem. Außerdem: Wenn ich nach Aserbaidschan fahre, gibt es Probleme an der Grenze. Das finde ich nicht gut. Wir sind doch auch Aserbaidschaner!“

Zurück am Schwefelbad. Ringsumher kann man viele verschiedene Elemente aserbaidschanischer und georgischer Kultur sehen und spüren. Es gibt viele Geschäfte mit schönen Teppichen und Cafés. Ein alter Mann sitzt auf der Bank und antwortet gern auf die Fragen. Sein Hemd und seine Hose sind aus dem gleichen Stoff und hellblau. Er sieht wie ein Kaukasier aus. Er hat blaue Augen und weiße Haare wie ein Greis. Neben ihm steht ein jüngerer Mann. Er hört aufmerksam zu, als ob er Angst hätte, dass der Alte im Gespräch mit den Reportern etwas Schlechtes sagen könnte. Der Alte spricht über Politik und gestikuliert ziemlich aufgeregt mit den Händen, wie alle alten Menschen es tun. Gleichzeitig unterhält er sich mit dem Mann, der neben ihm steht. Überall hier sind Hektik und Geräusche, also wie ein typischer Tag in Tbilissi.

Der Mann heißt Magbet. „Ich wurde im Jahre 1941 in Marneuli geboren. Mein Urgroßvater hat auch hier gelebt. Bin schon 75 Jahre alt. Seit 1990 lebe ich in Tbilissi. Ich habe ein Haus hier. In Baku lebe ich auch. Dort wohnen viele meiner Verwandten. Ich bin schon Rentner. Wo soll ich mit 75 Jahren arbeiten? Lange Zeit habe ich als Fahrer gearbeitet, aber jetzt erhole ich mich.“ Er lacht.

„Ich habe schon erwachsene Kinder, die arbeiten. Ich spiele hier im Park mit meinen Freunden Würfeln [Backgammon]. Zwei Söhne habe ich, der eine wohnt in Baku, seine Frau ist aus Baku. Der zweite wohnt bei mir. Meine Tochter hat auch in Baku an der Sprachenuniversität studiert und arbeitet jetzt in Tbilissi an der Mittelschule als Englischlehrerin. Sie ist auch mit einem Aserbaidschaner verheiratet. Ich habe kluge und schöne Enkelkinder. Ich bin sehr stolz auf meine Enkelkinder, die lernen sehr fleißig und sprechen fließend Englisch.“

Er erzählt, seine Generation habe in der Mittelschule Georgisch gelernt. „Wenn wir in diesem Land wohnen, dann müssen wir alle die georgische Geschichte, Sprache, Literatur und Kultur kennen. Unsere Kinder lernen hier nicht nur Georgisch, sie sprechen auch Armenisch und Kurdisch – und alle haben einander gern“, sagt er.

Onkel Magbet sagt: „Ich habe zwei Länder. Aber in Tbilissi lebe ich sehr bequem. Hier habe ich keine Konflikte oder Diskriminierungen erlebt; vor allem gibt es keine Korruption. Ich kann ganz sicher sagen: Alle wohnen hier in Freundschaft. Es gibt auch keine Konflikte zwischen Armeniern und Aserbaidschanern. Georgien tut etwas gegen solche Konflikte und das klappt sehr gut.“

An der Präsidentschaftswahl nehmen auch alle Minderheiten teil. „Es gibt bestimmte Verwaltungsorte, wir alle gehen dorthin und stimmen ganz frei ab. Ich werde im Oktober bei der Parlamentswahl in Tbilissi aktiv teilnehmen und für die Partei von Saakaschwili stimmen. Er hat nicht nur für Georgier, sondern auch für die Minderheiten vieles getan. Während seiner Präsidentschaft hat er uns gehört und unseren Beschwerden entsprochen“, erzählt er. Beide Interviewpartner merken an, dass sie als Aserbaidschaner nur an der Grenze Probleme haben. „Wenn wir in unser Heimatland fahren möchten, gibt es häufig Probleme. Obwohl wir Aserbaidschaner sind, haben wir einen georgischen Pass. Das ist sehr schade, denn beim Zoll erleben wir viele Schwierigkeiten. Als ich beim letzten Mal meine Schwester in Baku besuchen wollte, beschloss ich, mit meinem eigenen Auto zu fahren, aber dafür sollte ich eine sehr hohe Geldsumme bezahlen. Aber ich bin doch Rentner und habe nicht so viel Geld, außerdem bin ich nicht sicher, ob ich das Geld später bei der Wiedereinreise zurückkriegen werde oder nicht!“, sagt Onkel Magbet.

Am Ende nehmen alle Aserbaidschaner in freundlicher Atmosphäre Abschied von uns – und natürlich haben wir uns sehr gefreut, hier unsere Landsleute kennengelernt zu haben.

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Jeder Georgier hat einen armenischen Freund

Jeder Georgier hat einen armenischen Freund

Von Anna, Mariam G., Mariam M. & Taron

Bei Anbruch des Tages, als die Strahlen der Sonne kaum die Erde berühren und die Luft noch frisch ist, machen sich vier Menschen aus Armenien auf den Weg zum Haus einer Armenierin, die Armenien nie betreten hat.

Die Stimmung bei Taron, den beiden Mariams und Anna – den vier Reportern aus Armenien – ist voller Freude und positiver Erwartungen. Sie sind gespannt, wie das Gespräch mit Dschanna verlaufen wird. Sie nehmen die U-Bahn, um bis zur Haltestel „300 Aragweli“ zu fahren, wo Dschanna, di ein Georgien geborene Armenierin, mit ihren Großeltern wohnt. Die Straße an der Station ist voller Verkehr. Die Autos fahren hier schnell und die Geräusche der Motoren machen ein Gespräch unter den Armeniern unmöglich. Hinter der Kurve gelangen sie zum Haus von Dschanna.

Sie kommt heraus und begrüßt die Reporter mit einem breiten Lächeln: „Hallo, kommt herein, bitte!“ Sie setzen sich an den Tisch, der in einer Ecke an der Wand im Hof steht. Dschanna bringt noch Stühle, alle machen es sich bequem. Dschanna bietet Kaffee an. Die Reporter möchten gern die georgische Limonade probieren. Die Umgebung für das Interview ist ruhig. Am Anfang kommen die leichten Fragen: Dschanna Tsaturyan ist in Tbilissi, Georgien geboren und aufgewachsen. Sie ist heute 23 Jahre alt und studiert Wirtschaftswissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Ihre Vorfahren einschließlich ihrer Eltern sind auch hier geboren. Dschanna besuchte früher eine georgischeSchule, aber nur bis zur 10. Klasse. Sie hat dann in Deutschland Abitur gemacht. Seit sieben Jahren lebt sie mit ihrer Familie dort. Sie sind damals umgezogen, weil ihre Mutter aus Deutschland kommt. Seitdem kehrt Dschanna jedes Jahr für einige Wochen zurück.

„Ich mag Georgien und habe viele Lieblingsorte, zum Beispiel Mtatsminda. Jeden Sommer verbringe ich in Georgien meinen Urlaub, treffe meine Freunde“. Sie schweigt eine Weile, starrt nach oben und sagt dann: „Ohne Tiflis kann ich nicht. Aber in Georgien gibt es keine große Chance, sich weiterzuentwickeln. Keine großen Perspektiven. Sogar, wenn man gut qualifiziert und klug genug ist, findet man kaum einen Arbeitsplatz. Das gelingt meist nur denjenigen, die gute Kontakte in bestimmten Bereichen haben. Was die Minderheiten betrifft: Denkt ihr, wenn jemand die Landessprache nicht kennt, kann er eine gute Karriere machen? Ich denke, kaum.“

Für Dschanna war die Landessprache nie ein Problem – durchaus aber das Armenische: „Als ich klein war, fragte mich mein Vater, ob ich Armenisch lesen und schreiben lernen wollte. Eine Frau aus Armenien könnte mich unterrichten. Zu dieser Zeit hatte ich einfach keine Lust. Warum soll ich Armenisch lernen, wenn ich mich ganz gut auf Georgisch verständigen kann?“ Erst als Dschanna in Deutschlandeinen armenischen Freundeskreis fand, begann sie, Armenisch zu lernen. „In der Schule habe ich armenische Freunde, aber die können ganz gut Georgisch, deshalb habe ich mit ihnen Georgisch oder Russisch gesprochen. Aber ich habe immer gewusst, dass ich armenische Wurzeln habe. Ich bin stolz, Armenierin zu sein. Wir haben eine reiche Geschichte und Kultur, die ich von Generation zu Generation vermitteln will.“ Was genau bedeutet das? „Ich kenne weder armenische noch georgische Lieder und Tänze,“ – sie lacht –„aber ich kenne die armenische Küche sehr gut: Ich mag Dolma, Harissa und andere Speisen. Ich gehe zur armenisch-apostolischen Kirche ‚Der Heilige Gevorg ‘ und folge sowohl armenischen als auch georgischen Ritualen, Sitten, Traditionen und Bräuchen. So ist es seit meiner Kindheit – und ich fragte nie, warum. Ich wusste einfach, dass ich es so machen soll .“

Sie beherrscht fünf Sprachen und hat im Vergleich zu den anderen Minderheiten-Vertretern keine Schwierigkeiten mit der Kommunikation. Sie erzählt: „Zum Beispiel wurde ein Mädchen aus Russland wegen der schlechten Sprachkenntnisse von den anderen ausgelacht. Wenn sie nicht korrekt sprach oder sich nicht gut verständigen konnte, machten sich die anderen über sie lustig. Ich weiß, dass es nicht schön ist, aber ich denke, dass sie daran selbst schuld ist.  Ich kann das nicht verstehen: Wie kann man in einem Land leben und dessen Sprache nicht beherrschen? Ich bin der Meinung, dass viele nur wenig motiviert sind, Georgisch zu lernen, weil sie in einem armenischen Umfeld wohnen. In unserem Viertel leben viele armenische Familien, die können Georgisch nicht perfekt. Mit denen spreche ich entweder Armenisch oder Russisch.“ Auf dem Weg zu Dschannas Haus haben die Reporter in der Tat Armenier getroffen: Ein kurzer armenischer Wortwechsel und einer der Männer hatte ihnen seine Hilfe dabei angeboten, Dschannas Haus zu finden.

In Georgien leben neben Armeniern auch Aserbaidschaner und Türken. Dschanna hat eher Kontakte zu den Armeniern und Georgiern. Dies bringt die Frage nach dem „Warum“ auf.  „Das ist nicht selbstverständlich, oder ? Es gibt genügend Gründe dafür. Eine Geschichte aus meiner eigenen Erfahrung: In Deutschland organisierte meine enge Freundin eine Neujahrsparty, ein Aserbaidschaner und ich waren auch eingeladen. Wir haben uns kennengelernt, ein bisschen gesprochen und dann in die Geschichte vertieft. Unsere Standpunkte und Stellungnahmen in einigen Fragen und Aspekten waren unterschiedlich. Das hätte zu einem Streit führenkönnen, wenn wir nicht rechtzeitig aufgehört hätten. Um das zuvermeiden, ging er weg. Würde ich bemerken, dass Türken und Aserbaidschaner zu einem Dialog bereit sind, würde ich mit ihnen reden.“

Dschanna deutet an, dass es ihr leichter fällt, mit Georgiern in Kontakt zutreten, als zum Beispiel mit Türken und Aserbaidschanern. Sie sagt: „Wir sehen einige Fragen ähnlich, historisch haben wir auch nicht so starke politische Konflikte mit den Georgiern gehabt. Aber es gibt natürlich Unterschiede. Die Denkweisen von Armeniern und Georgiern unterscheiden sich voneinander. Die Georgier sind freier und denken moderner als die Armenier. Einmal waren wir mit Freunden zusammen bei einer Feier. Ein Mädchen, das auch eine in Georgien geborene Armenierin ist, kam zu der Party. Sie sollte um 22.00 Uhr zuhause zu sein, weil ihr Vater das so verlangte. Nun sind wir beide Armenierinnen, aber wir wurden unterschiedlich erzogen. Mein Vater war nicht so tyrannisch. Wenn ich die Armenier charakterisieren sollte, müsste ich außerdem gestehen, dass wir ein bisschen geizig sind. Es gibt Leute, die steinreich sind, sie können das teuerste Auto oder Haus besitzen, aber sie gehen in das billigste Café oderRestaurant. Ich weiß nicht, vielleicht sparen sie damit ihr Geld, um es später gezielt auszugeben.“ Sie lacht.

In einem Land, in welchem viele Minderheiten leben, kann es zu Konflikten zwischen den Einheimischen und den Vertretern der Minderheiten kommen. Sie erklärt: „Die Georgier sind im Großen und Ganzen tolerant zu den Minderheiten. Aber es gibt auch einzelne Fälle, die das Gegenteil beweisen. Ein Ereignis: Eine georgische Frau steigt in ein Taxi ein, aber da im Taxi auch Armenier sind, steigt sie mit der Erklärung aus: ‚Ich will nicht mit denMinderheiten mitfahren.‘ Trotzdem kann ich sicher sagen, dass jeder Georgier in der Regel mindestens einen armenischen Freund hat – soviele Armenier gibt es in Georgien.“

Das waren unsere Fragen und die Antworten darauf. Nachdem alle aufgestanden sind und zusammen einige Fotos gemacht haben, blickt Taron Dschanna an und fragt: „Würden Sie einen armenischen Mann heiraten?“ Dschanna lächelt, senkt den Blick und antwortet: „Es spielt keine Rolle, aus welchem Land er kommt, aber er soll unbedingt ein Christ sein.“

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Auf Tour mit dem armenischen Naghash Ensemble

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Im Juli 2016 hatte ich die Ehre, das armenische Naghash Ensemble bei seiner Tour durch Deutschland und Lettland zu begleiten. Ich las Auszüge aus den Gedichten des mittelalterlichen armenischen Dichters und Priester Mkrtich Naghash auf Deutsch und Englisch. Auf Grundlage dieser Texte hat Komponist John Hodian die Songs of Exile, Lieder aus der Verbannung, geschaffen.

→ Hier gibt es Hörproben und Videos des armenischen Naghash Ensembles.

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Jahresrückblick – DAAD Projektarbeit

2015 hatte ich die Ehre, zwei Projekte des DAAD im Südkaukasus und der Türkei begleiten zu dürfen.

Im Juni 2015 war es die Sommerschule »Stadt, Land, Fluss« mit je fünf Teilnehmern aus Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Hier ein Rückblick von Eranuhi, einer Teilnehmerin aus Armenien:

In meinem Jahresrückblick spielt eine große und wichtige Rolle der DAAD Hochschulsommerkurs ,,Stadt -Land – Fluss -…

Posted by Eranuhi
Smbatyan
on Wednesday, December 30, 2015

Im August 2015 spürten zehn armenische und zehn türkische Teilnehmer in Ankara, Ordu, Trabzon und Eriwan unter Anleitung von Mira Sophia Fisch, Metin Yildirim und mir den »Geschichten aus der Nachbarschaft« nach. Gefördert wurde das Projekt vom Auswärtigen Amt, unterstützt vom DAAD Armenien, der Bilkent Universität Ankara, der Eriwaner Staatlichen Brjussow Universität für Sprachen und Sozialwissenschaften sowie zahlreichen beratenden Partnern.

Hierzu schreibt Eranuhi:

Im Jahre 2015 habe ich die unfassbar schöne, unbeschreibbar tolle und abenteuerreichste Zeit dank DAAD- Studien- und…

Posted by Eranuhi Smbatyan on Wednesday, December 30, 2015

Wenige Tage zuvor sah ich auf Facebook Bilder aus Istanbul, die mich überraschten – und zutiefst erfreuten. Taron, ein Teilnehmer aus Armenien, der derzeit mit DAAD-Stipendium in Deutschland forscht, hatte seinen Weihnachtsurlaub für einen Besuch in Istanbul genutzt. Sein Foto kommentierte er mit: »Çay bahçesinde. P.S. Der Tee hat nie so gut geschmeckt.«

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Schöner kann das Jahr kaum enden. Danke!

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