der garten deines freundes

ich weisz nicht wie er hiesz dein freund in dessen garten wir saszen als die stadt unter wasser stieg und wie der fluss in dessen uferböschung sich die abendsonne verfing wie ein toter hund

aber ich weisz dass an diesem abend ein jeder ein lied aus seiner heimat sang wir waren fünf also fünf heimaten

zum abschied schnitt dein freund für jeden von uns eine gladiole und unser wagen rollte durch die pfützen zurück in die stadt wo bald das metall meines schlüssels im schloss kratzte wo bald mein mädchen aufwachte aber nichts sagte erst am nächsten tag schau wie schön das licht durch die blüte fällt.

Über Wiebke Zollmann

Schreibt, übersetzt, fotografiert. Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts. Mentorin bei Online-Literaturmentorat. Texterin & Fotografin für The Naghash Ensemble aus Armenien
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