gestochen. geboren

ich stelle mir meinen kopf, das innere meines kopfes oder genauer: die innenseite meines schädels vor wie einen mit pappmaché beklebten luftballon.

es ist schwierig, hindurchzudringen, etwas spitzes ist nötig. etwas, das das gummi öffnet, bevor das pappmaché bricht.

in meinem kopf sitzt ein text und will raus. er klopft gegen den luftballon und der kopf beginnt zu schmerzen.

jemand hat einmal gesagt, man solle sich den schmerz in form und farbe vorstellen und dann ein licht hinein.

kurz darauf riecht es nach angebranntem gummi und der text passt noch immer nicht durch das loch, aber ein teil, wenigstens ein teil

hängt heraus.

Über Wiebke Zollmann

Schreibt, übersetzt, fotografiert. Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts. Mentorin bei Online-Literaturmentorat. Texterin & Fotografin für The Naghash Ensemble aus Armenien
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