herbst

licht in den augen gruen mit schmalen schlitzen lichtschranke
hier kommt nicht jeder rein die waechter am eingang sind
rigeros du regierst und springst zwischen den welten umher
als waeren sie nur schattierungen des immergleichen jemand ruft
nach dir ein anderer geht achtlos vorbei aber du hast den herbst
in seinen augen laengst gesehen von deinem platz etwas abseits und
mitten darin: mein viertel meine stadt dein leben der himmel.

das licht hat die kaelte des herbstes in sich aufgenommen die klaenge
in der nacht kommen vom fuszballstadion oder aus deinen traeumen
und du wiegst dich im gedanken gluecklich zu sein solange das
nicht dasselbe ist.

tragen lassen von deinen worten deinem gesang heute nacht
gehoer ich nicht mehr mir selbst die bluemen bluehen noch gott
dank dem regen ist hier nichts vergangen und auf deinem balkon
sieht die welt noch wie sommer aus.

Über Wiebke Zollmann

Schreibt, übersetzt, fotografiert. Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts. Mentorin bei Online-Literaturmentorat. Texterin & Fotografin für The Naghash Ensemble aus Armenien
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