stuhlarmut

zwei frauen unterhalten sich im eingangszimmer. dafür hat sich die eine in die garderobe gesetzt, die andere lehnt hockend gegen eine wand. der raum ist dunkel, alle türen und fenster sind verschlossen. zwischen den frauen liegen drei bunte regenschirme. auf meinen fragenden blick antworten die frauen: stuhlarmut. / zwei zimmer weiter galoppieren vier freie stühle. / armut bedeutet nicht, gar nichts zu haben.

Wiebke Zollmann
Schreibt, übersetzt, fotografiert. Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts. Mentorin bei Online-Literaturmentorat. Texterin & Fotografin für The Naghash Ensemble aus Armenien